Auberge: Ein Wohn- und Therapiehaus für misshandelte Kinder in Begleitung ihrer Pflegeeltern.

Barockbau mit mittelalterlichen Bauteilen und einer neuen Zukunft

Der Barockbau gehört noch heute zu den wichtigsten Funktionsbauten der Stadt. Das Gebäude fügt sich architektonisch in den gesamten vorherrschenden Baustil der Planstadt ein. Bad Karlshafen gilt heute noch als das besterhaltene Beispiel einer deutschen Hugenottenstadt des 17. und 18. Jahrhunderts. Der massive, teilunterkellerte Putzbau aus dem 18. Jahrhundert erhebt sich über einem Sandsteinsockel als traufständiges, langgestreckte, 9-achsiges, eingeschossiges Gebäude mit hohem Mansarddach und Dachhäuschen in den Achsen. Auf der Südseite wird der Bau mittig über eine Sandsteintreppe durch ein zweiflügeliges Portal mit Natursteingewänden erschlossen. Ein mit Dreiecksgiebel und Ochsenauge über einem Hochrechteckfenster abschließendes Zwerchhaus bekrönt das Portal. Große Hochrechteckfenster mit Natursteingewänden belichten das Gebäude. Die nördliche Traufseite prägen drei doppelflügelige Portale. Hinter dem Haus schließt sich ein großer Garten an. Der Hauptraum des Erdgeschosses wird besonders durch Sandsteinsäulen geprägt. Diese stammen aus dem 1538 im Zuge der Reformation aufgehobenen Kloster Helmarshausen in unmittelbarer Nähe von Karlshafen.

Schäden durch Beton

Lange Zeit als Lagerhaus genutzt, diente das Alte Zollhaus nach dem 2. Weltkrieg als Wohnhaus, später im Obergeschoss als Hugenottenmuseum und im Erdgeschoss als Restaurant. Seit 2015 steht der Bau leer. Aufgrund eines um 1975 in das Kellergeschoss eingebauten Betonbodens tritt im Sockelbereich aufsteigende Feuchtigkeit auf. An den Fassaden findet man an den Sandsteinteilen Risse und Abplatzungen. Die Fenstervergitterungen sind teilweise korrodiert. Die Dachentwässerung ist undicht, die Haustechnik mangelhaft und die Wärmedämmung unzureichend.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützte 2017 die Sanierung dieses für die Stadtgeschichte Karlshafens bedeutenden Gebäudes. Besonders sinnvoll ist die geplante zukünftige Nutzung des Gebäudes als Haus für misshandelte Kinder. Hier soll es den Pflegeeltern möglich sein gemeinsam mit ihren Schützlingen bis zu zwei Wochen Urlaub zu machen. Das Konzept ist bisher einmalig in der Bundesrepublik und gibt dem Denkmal und seinen Bewohnern so eine neue Zukunft. Begleitet wird dieses Konzept von erfahrenen Pädagogen. In dem ehemaligen Alten Zollhaus mit dem neuen Namen „Auberge“ sollen die Kinder in einem traumhaften Umfeld Ruhe finden, um ihre zum Teil schrecklichen Erlebnisse verarbeiten zu können. Deshalb sind Spenden dringend notwendig, um die weiteren Baumaßnahmen durchzuführen.

Start des Baubeginns am 14. August 2018. Hier einige Eindrücke: