In einem anonym verfassten Brief vom 22. August 2018 an die Stadt Bad Karlshafen, sorgt sich ein „besorgter Anwohner“ um die vermutlich nicht ordnungsgemäß ausgeführten Bauarbeiten am „Alten Zollhaus“. Konkret geht es um die entfernten Sandsteingewände und die beschädigte Fenstervergitterung. Die Stellungnahme des beauftragten Architekten Prof. Heinrich Klose an die Stadt, macht der Deutsche Kinderverein e.V. jetzt öffentlich mit dem Hinweis, dass grundsätzlich bei allen auftretenden Fragen die Bauherrin, der Deutsche Kinderverein e.V. und der Architekt Prof. Heinrich Klose direkt angesprochen werden können. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und das Landesamt für Denkmalpflege Hessen wurden über den Inhalt des Briefes informiert.

 

Sehr geehrter Herr Vix,

danke für die Weiterleitung des Schreibens des “besorgten Anwohners“ vom 22.8.2018 über Frau Müller. Es hat mich am 28. August 2018 erreicht. Auf die dort angeführte Kritik möchte ich mit diesem Schreiben Stellung nehmen.

Der Zusam­menhang zwischen dem Schaden am Sandstein und dem Schutz der Denkmal-Obje­kte, d.h. den originalen schmiedeeisernen Fensterstäben, erklärt sich nicht selbst. So wurde der beschä­dig­te Sandstein, der selbst kein Denkmalobjekt ist, seitlich vom Denkmal Fensterstab weggezogen, damit dieser in der ursprüngli­chen Lage unverändert bleibt. Auch nach Abschluss dieser Baumaßnahme, wenn die instandgesetzten Sandsteingewände seitlich zu den Denkmalstäben gefügt werden, bleiben sie in der originalen Lage unverändert, wie seit der Bauzeit um 1776.

Die Sandsteingewände wurden bei der Restaurierung des Gebäudes im Jahr 1975 mit Solling-Sand­stein ergänzt und diese nach Vorlage der alten Gewände bearbeitet. Die Sandstein­ein­fassungen der Wandöffnungen sind ästhetisch schöne Teile des Bau- und Kulturdenkmals Altes Zollhaus. Die alten vorhandenen Sandsteingewände sind an der Seite zur Straße „An der Schlagd“ in der letzten Woche komplett entfernt worden, keinesfalls aber wurden sie entsorgt. Sie werden im Hof des Meisterbetriebes fachgerecht gelagert. Das Entfernen der Sandsteingewände ist notwendig, da in der Werkstatt Stein für Stein entschieden wird, ob sie wieder eingebaut werden können, was beschädigt ist und wo neuer Sandstein eingebaut werden muss. In den beigefügten sieben Bildern (Anlage) der Fenster 1- 5 kann man die erheblichen Schäden mit Steinersatz, Mörtel, Farbe, Bruch der Schichten und Abschiefern erkennen.

Die vorhandenen Gewände sind nicht in Ordnung und ihre Aufarbeitung ist nur begrenzt möglich. Es wird nichts zerstört, was nicht erhalten werden kann. Anders ausgedrückt: wir halten uns eindeutig an die Vorgaben des Denkmalschutzes. Am 13.11.2017 fand die Begutachtung der Schäden vor Ort mit der Denkmalpflege statt.

Tatsächlich existiert eine Verbiegung der unteren horizontalen Aussteifung von Fensterstäben. Hier wurde der beschädigte Sandstein seitlich vom Denkmal Fensterstab weggezogen. Dadurch entstand die angesprochene Verbiegung. Der Schaden wird fachgerecht im Zusammenhang mit dem Sandstrahlen der Fensterstäbe von der beauftragten Stahlbaufirma behoben.

Da der Brief anonym verfasst wurde, werden wir diese mit der Bauherrin und dem späteren Nutzer des Alten Zollhauses abgestimmte Stellungnahme auf der Webseite des Deutschen Kindervereins e.V. und den dazugehörigen sozialen Medien veröffentlichen.

gez. Prof. Heinrich Klose